- Stuckateur Fritz Steiner


Fritz Steiner

Fresen 7
8853 Ranten
 +43 664 976 27 61
 fritz@steiner-baukunst.at

Meisterwelten

KREATIV BAUEN.

Baukunst Steiner

Wir sind bei Fritz Steiner. Wir soll ich ihn bloß beschreiben? Mit Holz ist er aufgewachsen, aber schon bald ging er fremd und holte Licht, Metall, Stein, Glas und jede Menge Gips in sein Leben. Er ist ein Baukünstler. Das ist klar. Und ein großer Tüftler. In seiner Werkstatt zeigt er mir eine selbst gebaute Drehmaschine und ausgeklügelte Zug-, Leitern- und Kransysteme, mit denen er Ordnung schafft. Sogar die Wände lässt er vor mir hochgehen, auch ein selbst erdachtes System, um noch mehr Platz zu gewinnen. Später wird er mir noch erzählen, wie gern er Neues ausprobiert. Er ist ein Fritz Dampf in allen Gassen oder besser: über allen Hügeln. Denn Nebenerwerbsbauer ist er auch. Und seine Küche wird gerade umgebaut, freudig zeigt er mir das schöne Gewölbe und die Sitzgruppe, die sein Bruder Hubert, der Tischler, gebaut hat. Und ach ja: Bei der Musikkapelle spielt er auch. Flügelhorn.

Während er mir von all dem erzählt, springen seine Augen lebendig durch den Raum und ich denke mir: Der heckt sicher schon wieder was Neues aus. Aber das hat er ja schon zu Genüge. Mit seinem Unternehmensnamen hat es angefangen. „Ich hab zum Bau ein gestalterisches Wort gesucht und so bin ich auf die Kunst gekommen“, erzählt er, „das hat mir gefallen, auch weil ich ja immer wieder ausgefallene Sachen mache und experimentiere. Aber ob das Kunst ist, müssen andere entscheiden“, meint er bescheiden und fügt noch hinzu: „Aber was sicher ist: Dass für Baukunst ein Werkstoff nicht ausreicht. Denn nur im Kontrast entsteht was, das Aufmerksamkeit erregt und trotzdem Wohlgefühl erzeugt.“ Das Wohlfühlen ist ihm sowieso sehr wichtig. „Weil jeder Mensch anders ist“, erklärt er mir beim Kaffee in der Stube, „und weil es trotzdem für jeden den passenden Werkstoff gibt. Denn nur wenn das Haus die richtige Seele hat, dann fühlt man sich darin auch wirklich wohl.“ Um genau herauszufinden, welcher Lebensraum entstehen soll, redet er bei den Vorgesprächen lieber einmal mehr als einmal zu wenig. Und auch für seine Angebote nimmt er sich viel Zeit und stattet sie liebevoll mit Mustern und Skizzen aus, damit man sich schon was Konkretes vorstellen kann.

Baustelle und Büro: Am liebsten wäre er immer überall und am liebsten macht er alles selbst. Damit er alle seine Talente und Interessen leben kann und auch „weil mir an meiner Arbeit einfach alles Freude macht“, sagt er, während er seine große Werkstatt abschreitet. Riesige Fenster schauen in die Landschaft. Draußen stürmt es. Das passt gut zu ihm. Denn mit all seiner kreativen Kraft ist auch Fritz ein kleiner Wirbelsturm. Ruhe und Beständigkeit strahlt er trotzdem aus. „Das kommt vom Tüfteln und Nachdenken“, meint er. Denn wofür er vor allem bekannt ist, sind die Details, auf die er schaut. „Sie sind auch dafür verantwortlich, dass Wohnraum stimmig wirkt“, sagt er und fügt hinzu, dass die Details auch möglich sind, weil er mit seinen Männern so viele Kompetenzen abdeckt. Die er auch bei ganz großen Projekten gerne einsetzt: „Am liebsten sind mir Projekte, wo wir möglichst viele Werkstoffe miteinander verbinden können“, meint er, „und wo ich unsere Gewerke auch einsetzen kann.“ Trockenbau, Stuck, Lichttechnik, Malerei und Tischlerei sind das. „Über die Jahre haben wir gemeinsam so viel Erfahrung gesammelt“, erzählt er, „dass wir genau wissen, wie sich alles in kürzester Zeit ausgeht.“

Überhaupt die Zeit. Ihr läuft man ja gerne nach, vor allem beim Bauen. Deshalb hat er auch mit dem Trockenbau angefangen, weil er beim Hausbauen viel Zeit sparen hilft. „Alle wollen so schnell wie möglich in das eigene Heim einziehen“, sagt er verständnisvoll. Wenn er einen Rohbau übernimmt, dann schafft er es, dass das Haus doppelt so schnell fertig wird als üblich. „Wenn alles gut geht, können die neuen Hausbesitzer drei Monate, nachdem der Rohbau fertig ist, schon einziehen“, erklärt er mir. Die Zeit spielt auch beim Gips eine große Rolle. Fritz zeigt mir den großen Steintisch, auf dem der Stuck in der Werkstatt vorgefertigt wird. „Gipsen ist eine Modellierarbeit“, erzählt er, „da brauchst Du viel Gefühl und Geduld. Denn wenn man so ein Trumm aufbaut, ist es nicht immer sicher, dass man es auch fertig kriegt. Es ist schon öfters vorgekommen, dass wir beim Fertigwerden waren und dann ist der Gips plötzlich zusammen gefallen.“ Dann fängt er wieder von vorne an. Optimistisch wie Fritz ist, bringt ihn das nicht weiter aus der Ruhe. Er zeigt mir Stuckmuster und

erklärt, mit welchen Werkstoffen er den Stuck kombiniert. Und auch, wie sensibel man den Gips vorbereiten muss. „Wie viel Wasser dazu kommt, ist Gefühlssache“, meint er, „da kann ich Dir kein Maß nennen, das Gespür entwickelst Du mit der Zeit“ Sagt’s und ist schon beim nächsten Werkstoff: dem Licht. Hier führt er mir vor, wie er mit einem Spot Stimmung bringt und genügend Licht, aber trotzdem nicht blendet. „Mit Licht kann man unglaublich viel machen“, erklärt er, „da holt man aus einem Raum oft noch das I-Tüpferl heraus.“

So viele Werkstoffe. So viele Möglichkeiten. „Ja“, lacht Fritz, „mein Herz ist groß, viele Werkstoffe haben darin Platz. Aber die Liebe schwankt und verändert sich“, fügt er hinzu, „ich bin immer am Überlegen, welches Gebiet was Neues bietet und wo ich noch was lernen kann.“ Dafür hat er Fachzeitschriften und Architekturmagazine abonniert. „Man muss immer auf die Suche gehen“, meint er und schaut wach über die Kaffeetasse zu mir herüber. „Ich möchte Handwerkstradition bewahren, aber auch was Neues ausprobieren.“ Inspiration holt er sich auch aus der Natur. „Ich hätte schon mehr Freizeit, wenn ich nicht auch noch Bauer wäre.“, meint er. Und schaut dabei auf seine Steilhänge hinaus. Um die 400 Jahre alt ist der Hof, den er von seinen Eltern übernommen hat und gerade liebevoll herrichtet. „Aber so wichtig es mir ist, mit meinem Beruf was Neues zu schaffen, so wichtig ist es mir auch, das Alte zu erhalten“, sagt er nachdenklich. Klein Jakob tapst vorbei. Und Fritz Steiner, sein Papa, macht sich auf den Weg zu seinem landwirtschaftlichen Maschinenpark. „Ich bin gern unterwegs“, hat er mir vorhin am Küchentisch erzählt. So ist es, denke ich mir. Und gut ist es so. Ziemlich gut sogar.