- Tischlermeister Hubert Steiner


Steiner Hubert

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Meisterwelten

HOLZ MIT HERZ.

Holzmöbel Hubert Steiner

Auf dem Tisch liegt ein Herz aus Holz. Hier sind Gefühl und Wärme zu Hause. Bei den Steiners im steirischen Ranten nahe an der Salzburger Grenze. Ich fahre die Kehren zu ihrem Haus hinauf. So viele Bäume. Einer steht neben dem anderen. Wachsen in den Himmel, lassen mich passieren.

Die Steiners leben und arbeiten auf 1.300m Seehöhe. Inmitten von unberührter Natur. Bäume sind ihr Leben. „Wenn ich ein Baum wäre, dann wäre ich froh, wenn aus mir ein Bett oder Tisch wird“, lächelt Hubert Steiner, „weil dann mein Leben wieder von vorne anfängt.“ Für ihn haben Bäume eine Seele und deshalb hat er auch begonnen, das Holz, das im Handel als mangelhaft gilt, weil es grobe Risse oder auffällige Astlöcher hat, nicht mehr zu entsorgen, sondern damit zu arbeiten. Das war vor 20 Jahren. So lange schon stellt er seine holzigen Charakterstücke her. Und zwar ausschließlich aus Massivholz: „Damit drücke ich meine eigene Naturverbundenheit aus“, sagt er, „und auch meinen natürlichen Lebensstil.“

Weil er die Natur in seine Arbeit so stark mit ein bezieht, denkt er auch an den Transport. Deshalb kommt das Holz für seine Möbel hauptsächlich aus den Wäldern seiner Heimat. Hubert arbeitet mit Fichte, Ahorn und Birke, den Obsthölzern Apfel, Birne und Zwetschke, aber auch mit der Zirbe und Lärche. „Die Zirbe ist das schönste Holz“, meint er, „damit lassen sich auch die besten Schlafzimmer bauen, weil sich ihr Duft beruhigend auf den Herzschlag auswirkt.“ Auch die Lärche ist wegen ihrer warmen Ausstrahlung und hohen Widerstandsfähigkeit derzeit sehr gefragt, ihr verleiht Hubert mit einer speziellen Politur einen seltenen, schönen, tabakbraunen Farbton. Und gerne verbindet er die Lärche auch mit anderen Hölzern. Das tut er sowieso am liebsten: Holz mit Holz zu verbinden. „Viele meinen, dass das zu viel Holz ist oder die Farbtöne nicht zusammenpassen“, sagt er, „dabei entsteht oft in der Verbindung von verschiedenen Hölzern ein wunderbares Wohnerlebnis.“ Während ich die verschiedenen Hölzer in seinem eigenen Haus betrachte, erzählt er noch, dass er damit bei seinem ehemaligen Volksschuldirektor begonnen hat: „Ich habe sein ganzes Haus mit Holz ausgestattet“, sagt er lächelnd, „und sehr viele Hölzer dabei vermischt.“ „Holz ist sowieso einzigartig“, fügt er noch hinzu, „wenn ich 100 Eichentische baue, wird jeder Tisch anders aussehen.“ Und gerade deshalb, weil Holz so viele Gesichter hat, liebt er es auch so.

So wie das Leben, das Hubert so annimmt, wie es ist, so akzeptiert er auch jedes Holz in seiner Eigenart. Und verarbeitet es jedes Mal anders. Gerne auch mit Metall, das vor allem dann hilft, wenn rustikal wirkendes Holz zeitgenössisch aussehen soll. Wir blättern in seiner Fotomappe und schauen ein Meisterstück nach dem anderen an. Dass hier so viel Könnerschaft versammelt ist, liegt auch am Familienverband, in dem Hubert arbeitet. Und der langsam entstanden ist. Zuerst kam Maria, seine Frau. „Irgendwann hat sie zu zeichnen begonnen“, erzählt Hubert und schaut Maria an, die gerade den Tisch für uns deckt, „und dann hat sie die Planung übernommen. Was wunderbar für uns passt, weil wir uns ergänzen und vier Augen einfach mehr sehen als zwei.“ Seit einiger Zeit sind aus den vier gleich sechs Augen geworden, denn auch Sohn Florian hat die Liebe zum Holz gepackt. Er lächelt und isst seinen Teller leer, während sein Vater erzählt, wie der Zufall Schicksal gespielt hat: „Florian hat einen Platz in der Meisterschule in Hallstatt bekommen, weil jemand anderer ausgefallen ist“, sagt Hubert, „und dann wollte ich eigentlich, dass er einmal wo anders Erfahrung sammelt. Aber dann mussten wir ein großes Bauernhaus einrichten und so ist Florian gleich bei uns eingestiegen.“

Sie sind ein gutes Gespann, die drei. Denn bei allen spüre ich: sie verarbeiten Holz nicht nur, sie lieben es einfach. Und die Zufriedenheit der Steiners mit dem, was sie täglich tun, lebt auch in ihren Möbeln weiter. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, wird Hubert später sagen, und das merken auch die Menschen, die zu ihm kommen: „Manchmal entstehen aus Aufträgen richtige Freundschaften“, bestätigt er, „und oft werden wir auch innerhalb der Familie weiter empfohlen. Manchmal kommen die Jungen zu uns, weil ihr Vater gemeint hat, sie sollen die Küche bei uns

bestellen.“ Und Maria fügt lächelnd hinzu: „Das Schönste ist aber nicht die Empfehlung, sondern dass dann auch die Jungen von unserer Holzküche begeistert sind.“ Dabei stellt sie Apfelstrudel und Kaffee auf den Tisch. „Wir holen viel Kraft aus den Reisen“, erzählt sie und auch, dass sie erst seit kurzem aus Neuseeland zurück sind. „Auf den Reisen lassen wir uns auch inspirieren“, bestätigt Hubert, „da halten wir immer nach Ideen Ausschau.“ Denn Tradition ist den Steiners zwar wichtig, aber sie wollen auch etwas Neues ausprobieren. Hubert vergleicht diesen Spagat mit einem Baum: „Die Tradition ist unser Boden, bei einem Baum sind das die Wurzeln, die tief in die Erde reichen. Das Neue aber ist die Krone, die sich in den Himmel reckt. So wie sie immer weiter wächst, wollen auch wir uns weiterentwickeln und aus der Tradition was Neues machen.“

Zum Abschluss frage ich ihn, was er sich denn für sein Handwerk wünscht, wenn ich ihm drei Wünsche schenke. „Holz kommt sehr nahe zu den Menschen“, sagt er, „wir leben täglich damit und deshalb wünsche ich mir, dass man es auch wie ein Lebewesen behandelt: achtsam in der Natur und sorgsam in der Verarbeitung.“ Ziemlich schnell hat er auch schon seinen nächsten Wunsch parat: „Wenn man was gibt, dann kriegt man auch was zurück. Und das wünsche ich mir auch beim Holz. Es kommt von hier und soll auch hier bleiben.“ Und schlussendlich sagt Hubert noch: „Ehrlichkeit in jeder Begegnung“, und rückt dabei das Herz am Tisch zurecht.

Er schaut mich dabei ruhig und gelassen an. „Die Ruhe kommt vom Holz“, hat er beim Mittagessen erzählt. Und gemeint, dass es für ihn ein großes Glück ist, damit zu arbeiten. „Wenn ich Holz angreife, dann fühle ich mich daheim“, sagt er. Und das glaube ich ihm aufs Wort, denn hier bei den Steiners, da gibt es Holz mit Herz.