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Rothschädl GmbH
Birgit und Christian Pfortner

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Meisterwelten

HANDWERK MIT FEUER.

Kachelöfen von Rothschädl

Das Feuer gehört seit jeher zu uns Menschen. Bereits in Urzeiten hat man sich daran gewärmt oder es entfacht, um wilde Tiere fernzuhalten oder Essen zu bereiten. Später dann hat man versucht, das Feuer zu bändigen und es in Gefäße zu bannen. Wie die Wärmeflaschen, die um 1520 aufkamen, und mit heißem Wasser oder warmem Sand gefüllt wurden. Und ab dem 17. Jahrhundert haben dann Wärmekugeln aus Messing, Stahl oder Kupfer, die mit Glut gefüllt wurden, und so etwas wie Mini-Öfen waren, sowieso zum Inventar jedes besseren Hauses gehört.

Heutzutage holt man sich gleich die Sonne in den Raum. Am angenehmsten geht das mit einem Kachelofen. Seine Wärme ist nicht nur behaglich, sie hilft auch beim Gesund werden. Um das zu beweisen, hat das Allgemeine Krankenhaus Wien eine Studie beauftragt: Dabei wurden Menschen mit Fingerarthrosen mindestens drei Mal in der Woche für drei Stunden in einen mit einem Kachelofen beheizten Raum gelegt. Und siehe da: Bereits nach drei Wochen trat bei allen eine deutliche Schmerzlinderung ein.

Über solche wissenschaftliche Studien kann Sabine Pfortner nur lächeln, denn das weiß sie alles schon. Weil ihr Vater Johann Rothschädl bereits 1968 die Hafner-Werkstatt gegründet hat, lebt sie seit ihrer Geburt mit dieser natürlichen Wärme. Und die mag sie so sehr, dass sie zu einem ungewöhnlichen Bekenntnis anhebt: „Ich freue mich das ganze Jahr über schon auf die kalte Jahreszeit. Denn dann wird das Einheizen wieder zum täglichen Ritual“, erzählt sie, „wir kommen vom Geschäft nach Hause und bereiten als erstes das Feuer vor. Schon nach kurzer Zeit sitze ich mit einer Tasse Tee und einem Buch am Kachelofen. Was gibt es Schöneres, als mit einem warmen Rücken den Abend zu verbringen?“, lacht sie freudig. Und ihr Mann Christian, der für Sabine seinen Beruf als Schlosser aufgegeben hat, um Hafnermeister zu werden, bestätigt: „Bei uns zu Hause sitzen alle um den Ofen herum, weil er der Inbegriff von Gemütlichkeit ist. Und er vermittelt Echtheit und Bodenständigkeit, denn alle Werkstoffe, die ich fürs Bauen verwende, kommen aus der Erde.“

Schamotte zum Beispiel. Das ist die Masse, aus dem der Hafner mit seinen Händen den Ofen baut. Es ein Gemisch aus Ton, Lehm, Quarz und Feldspat und deshalb so gut für den Kachelofen geeignet, weil die Schamotte die Feuerhitze zwar schnell wie ein Schwamm aufsaugt, sie aber wieder langsam und regelmäßig abgibt. Für die angenehme Wärme des Kachelofens sorgt aber auch der Brennstoff, der ebenfalls aus der Natur kommt: Holz. „Am besten eignen sich heimische Laubhölzer für das Heizen eines Kachelofens“, sagt Christian: „Birke, Ahorn oder auch Buche.“ Und fügt noch hinzu, dass das Holz mindestens zwei Jahre lang trocken gelegen sein muss. Und dass er sich aufs erste Einheizen ganz besonders freut: „Weil es ein Ritual ist, das meine Arbeit beschließt“, sagt er, „und weil die Menschen, für die ich die Kachelöfen baue, dabei immer so eine Freude haben.“ Eingeheizt werden kann aber erst, wenn der Kachelofen ganz ausgetrocknet ist. Dann zeigt Christian, wie das Feuer am schnellsten gelingt. „Am besten geht es, wenn man einen Kreuzstoß errichtet“ , erklärt er, „Ganz unten sind drei Holzscheiter, auf die man in einem nächsten Stoß wieder drei Holzscheiter legt, diesmal allerdings in der Gegenrichtung, so dass das Feuer genug Luft hat und das Holz gut durchdringen kann. Und wenn man ganz oben noch Holzspanl rauf gibt, dann geht das Feuer noch leichter an“, empfiehlt er und sagt abschließend: „Man zündet den Holzstoß von oben und nicht von unten an.“

An die 50 Kachelöfen baut Christian im Jahr und sie alle nur mit seiner Hand. „Das Hafnern ist noch reine Handarbeit“, bestätigt er und erzählt, dass sich das auf den ganzen Ofen bezieht: „Alles, was man sieht, aber auch das, was man nicht sieht, mache ich mit der Hand.“ Das, was man nicht sieht, ist übrigens das Wichtigste an seiner Arbeit: das Zugsystem des Ofens. „Fertige Zugsysteme, wie es sie zum Beispiel im Großhandel zu kaufen gibt, kommen bei uns nicht zum Einsatz“, sagt Sabine und Christian zeigt mir dazu die Pläne für einen Kachelofen, den er gerade baut: „Bei uns wird alles

persönlich geplant und dann von Hand hergestellt. Nur wenn der Kachelofen genau auf den Raum, in dem er steht, abgestimmt ist, gibt es auch die richtige Wärme.“ Und so überlegt sich Christian für jeden Ofen ein eigenes Zugsystem und holt dabei so viel Energie wie möglich heraus. „Das ist wie, wenn die Sonne im Raum aufgeht“, lacht Sabine und schaut ihren Mann stolz an. Und so entsteht mit den Pfortners auch Einrichtung, die wärmt: „Weil der Kachelofen ja nicht nur eine Wärmeinsel ist“, sagt sie, „sondern auch ein Einrichtungsgegenstand, der den Raum mit seinem Aussehen prägt“. Das ist die Aufgabe der Kacheln, denn sie sind das Gesicht des Ofens. Sabine zeigt mir, dass es sie in allen erdenklichen Ausführungen und Mustern, vor allem aber in sehr vielen Farben gibt. „Jede Kachel, die einen Ofen von Rothschädl ziert, kommt ausnahmslos aus Österreich“, erklärt sie. Dafür beliefern zwei Traditionsbetriebe die Pfortners mit handgemachten Keramik-Kacheln, die Christian dann an Ort und Stelle von Hand auf den Ofen modelliert. Dabei ist jeder Brand ein wenig anders und jede Kachel ein echtes Einzelstück. Damit die Kacheln aber auch wirklich in den jeweiligen Raum passen, berät Sabine ehrlich: „Wenn ich merke, dass sich Leute was wünschen, was einfach nicht in ihr Haus oder zu ihrer Einrichtung passt, dann spreche ich schon auch mal gegen das Geschäft“, sagt sie ehrlich, „Mir ist wichtig, dass die Menschen mit unserem Kachelofen lange glücklich und zufrieden sind.“

Und das ist ohne Weiteres möglich. „Denn ein Kachelofen hält bis zu 50 Jahre lang“, erklärt mir Christian später, als wir in seiner Werkstatt stehen, „aber man sollte ihn alle 10 Jahre reinigen und warten lassen“, sagt er noch, während wir einen steirischen Kuppelofen begutachten, der gerade zur Reparatur da ist. Mit seinen grünen Halbkugeln, die wie kleine Schornsteine auf einer Kuppel sitzen, ist er der Inbegriff eines Kachelofens. Und auch der steirischen Gemütlichkeit. Gleich daneben zeigt mir Christian das Gemisch, in das er täglich seine Hände steckt. „Es macht mich stolz, dass ich mit Lehm und Ton arbeite“, sagt er, „weil es Werkstoffe sind, die seit Jahrhunderten verwendet werden. Und außerdem macht der Lehm wunderbar weiche Hände“, lacht er. Als wir die Tür zu seiner Werkstatt zumachen und zurück zu Sabine gegen, sagt Christian Pfortner abschließend: „Ich bin sehr gerne Hafner, weil ich jeden Tag mit meinen Händen arbeite. Am Abend sehe ich genau, was ich geschaffen habe. Das macht mir Freude.“ Man sieht es ihm an. Und auch seinen Kachelöfen!